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Neuer Fischpass am Faschinat in Ichenheimim November 2005

Viele Jahre suchte der AV Ichenheim nach einer Lösung, den ursprünglich bis 1845 zusammenhängenden Altrheinzug „Unterer Holländer“ mit dem „Oberen Holländer“, nach 150 Jahren wieder für die Wasserlebewesen durchgängig zu verbinden. Damit würde dann wieder ein Fischwechsel aus dem Vollrhein/Kulturwehrbereich Kehl in Richtung Taubergießen möglich werden. Damals wurden im Zuge der Arbeiten am Rhein durch Tulla viele Seitengewässer vom direkten Rheinzufluss abgeschnitten und der Müller Hürster von der Altenheimer Mühle war gezwungen, einen Sperrriegel in den Holländerrhein das sogenannte Faschinat, einzubauen um den Mühlenbetrieb fortführen zu können.

Nachdem sich eine Möglichkeit mit Beteiligung der Gemeinde Neuried zur Realisierung abzeichnete, wurde das Projekt 2003 vorgeplant und konnte dann im Jahre 2005 unter der Projektleitung von Heinz Biegert und Gerd Kops vom AV Ichenheim realisiert werden.

Die Oberbauleitung für das Projekt hatte das Bauamt der Gemeinde Neuried durch Herrn Steinert. Damit konnten die Genehmigungskosten für die Behörden eingespart werden und das Projekt war innerhalb von 2 Wochen ab Antragsstellung genehmigt.

Hier gebührt allen beteiligten Behörden, ganz besonders der Gemeinde Neuried, unser Dank. Wir haben überall nur Anerkennung und Unterstützung für die Planung und Realisierung des Projektes gefunden. Das Projekt wurde zum Teil aus Mitteln der Fischereiabgabe gefördert.

Baulich galt es, eine Höhendifferenz von 1,60 m zu überwinden. Technisch wurde das Projekt von der Firma. Hydro Energie Roth GmbH aus Karlsruhe geplant und von der Firma Falter GmbH Erdarbeiten Rheinhausen sehr gekonnt und zur Zufriedenheit aller Beteiligten ausgeführt.

Es wurde ein Umgehungsgerinne mit einer Länge von 55 m und 14 Querriegeln geplant und auch gebaut, welches das Faschinat bogenförmig umgeht.

Verbraucht wurden beim Bau ca. 800 Tonnen Steinmaterial mit Einzelstückgewichten bis zu 3 Tonnen und es wurden ca. 1200 cbm Erde bewegt. So schwere Steine wurden benötigt, weil das Baugelände im Auswirkungsbereich des Polders Ichenheim/Altenheim liegt und mit kurzfristigen starken Wasserströmungen bei der Polderentleerung gerechnet werden muss.

Der Fischpass wird mit 600 Litern pro Sekunde bei einer mittleren Wassertiefe von ca. 0,60 m durchflossen. Um die Strömungen abzumindern, wurden in den Zwischenbecken sogenannte Störsteine eingebracht, an denen sich die Strömung bricht. Dabei entstehen dann immer wieder strömungsberuhigte Zonen in denen sich z. B. auf- oder absteigende Wasserbewohner ausruhen können.
Durch Einbau einer Holzschwelle in den Zwangsüberlauf auf dem Faschinat kann das für den Fischpass nötige Wasser entnommen werden, ohne dass es zu einer Beeinträchtigung im Wasserabfluss über den Mühlbach in Richtung Altenheimermühle kommt.

Der AV Ichenheim hat sich bei der Projektrealisierung mit ca. 450 Arbeitsstunden Eigenleistung beteiligt.

Nach der Renaturierung der Baufläche und der Behördenabnahme ist der Fischpass in Betrieb und wird bereits von Graureiher, Silberreiher, Kormoran und Co. besucht.

Text: Heinz Biegert